Die einsame Villa

Horrorstory

von Jonas 14 Jahre, Marc 13 Jahre, Alexandra 14 Jahre und Moritz (Uralt)

 

Hinweis: Folgende Geschichte entstand in unserem ehemaligen stopkids FORUM als Fortsetzungsgeschichte und ist nichts für schwache Nerven...

 

„Es ist ziemlich duster, meinst du nicht?“, flüsterte Jonas seinem Begleiter zu doch dieser schwieg und starrte hinüber zu dem alten Gemäuer, das schweigend vor ihnen stand.

Schließlich drehte er sich zu Jonas um und sagte: „Also was ist jetzt? Gehen wir da rein oder nicht. Es ist jetzt Mitternacht und niemand wird da sein, außer...“
Er wurde abrupt durch einen langgezogenen Schrei unterbrochen der grässlicher nicht klingen konnte. „Was war das?“, fragte Jonas sichtlich geschockt. – „Ich denke es war ein Schrei, nichts weiter und ich bin sicher das er dort aus der Villa kam!“, antwortete Marc gelassen. Er stand auf und zischte dann: „Na los, auf geht’s und ziehe endlich deine Sonnenbrille aus. Ich meine es ist schließlich dunkel!“.
Ohne eine Antwort abzuwarten spurtete Marc los. Jonas nahm langsam seine Sonnenbrille ab und folgte mit seinen blicken den Lauf seines Freundes, bis dieser vor der riesigen Eingangstür der Villa zum stehen kam. Marc drehte sich um und winkte ihm zu. Schwer fällig erhob sich Jonas, warf seinen coolen Hut weg und rannte auf seinen Freund Marc zu, doch auf dem Weg zur Eingangstür stolperte der Junge über einen mit Moos überzogenen Stein, den er in der Dunkelheit übersehen hatte. Er stürzte ächzend zu Boden und fluchte: „Verdammter Mist!“

„Bist du okay?“, fragte Marc besorgt. „Ja nee, oder ich weiß nicht, es geht schon. Ich glaub ich hab mir nur das Knie aufgeschrammt, ich spür wie ich blute. Aber es ist halb so wild.“, wisperte Jonas mit leidender Stimme. Doch rappelte er sich sofort wieder auf und kam schließlich zur Eingangstür, wo Marc auf ihn wartete.

„Okay, also wir gehen da jetzt rein und dann schauen wir, wer da vorhin so laut geschrienen hat!“, sagte Marc. Er tastete das verrostete Schloss an der Eingangstür ab und war überrascht als er bemerkte, das der Schlüssel im Schloss steckte. Doch beide zögerten. Man konnte ihre Aufregung und Unsicherheit in ihren Augen sehen. Ohne ein Wort zu sagen drehte Jonas mit seiner Hand den Schlüssel um 180° und die Tür öffnete sich. Vorsichtig drückten sie die Tür nach Innen und betraten die Villa.

Es war fast stockdunkel. Dennoch glaubte Marc in der Mitte der Eingangshalle so etwas wie einen dunklen Quader zu erkennen. An der Seite standen ein paar halb abgebrannte riesige Kerzen.

„Hey, hast du dein Feuerzeug dabei Jonas?“, frage Marc mit zitternder Stimme.

„Na klar, du weißt ja das ich ohne mein Zippo nicht aus dem Haus gehe!“, hauchte Jonas mit sichtlich ängstlicher stimme. Er zünde rasch die Kerzen an und im Schein der flackerten Lichts, erkannten sie das der Quader in Wirklichkeit eine große Truhe war. Vorsichtig traten sie näher und knackten dann ohne zu zögern mit Marcs Dietrich das schwere Schloss mit Leichtigkeit. Sie öffneten den vermoderten Holzdeckel mit Quietschenden Scharnieren und blickten in die Truhe. Ihnen stockte der Atem.
„Ka... kann  d  das Wirklich wa... war sein!“, stotterte Marc, „In dieser Truhe ist doch tatsächlich ein Skelett!“

„Und sieh nur, da fehlen ja die Beine!“, fügte Jonas entsetzt hinzu.
Beide Jungen dachten das gleiche und ohne das einer ein Wort zu sagen brauchte rannten sie auf die noch offene Eingangstür zu. Doch bevor sie diese erreichen konnten viel diese krachend ins Schloss. „Verdammter misst!“, kreischte Marc und rüttelte an der Tür. Doch sie blieb verschlossen.

„OK, ganz ruhig bleiben!“, sagte Jonas doch was nun folgte trug nicht gerade zur ihrer Beruhigung bei. Aus den dunklen Mauern heraus ertönte ein garstiges Gelächter, was gemeiner nicht klingen konnte. Gleichzeitig zog ein eisiger Wind durch die Eingangshalle so das die Kerzen erloschen.
„Mach die Kerzen wieder an Jonas!“, rief Marc entsetzt. Sofort zückte Jonas sein Feuerzeug und entzündete die Kerzen wieder. Im Schein des flackernden Kerzenlichts fiel ihr Blick erneut in die Truhe. Noch immer lag dort das halbe Skelett und es schien sie durch das schneeweiße Gebiss im Schädel an zu grinsen. Mutig traten beide Jungen erneut an die Truhe heran und dann flüsterte Marc: „Sieh mal, über den Händen liegt ein rotes Tuch, - würde zu gerne wissen, was unser halbierter Freund dort in seinen Knochen fingern hält!“

„Das ist doch nicht wirklich dein ernst?“, zischte Jonas angewidert.
Doch Marc gab keine Antwort und zog das Tuch hastig von den knochigen Fingern herunter und dann sahen sie einen goldenen, kleinen Schlüssel.

„Meinst du der Schlüssel ist für die Eingangstür?“, fragte Marc geschockt.

„Keine Ahnung!“, erwiderte Jonas knapp. Zögernd nahm Marc den Schlüssel aus den noch übrig gebliebenen, verrotteten Händen des Skelets und lief damit zur Türe. Dort steckte er ihn Nervös in das Schloss. Hastig versuchte Marc die Türe aufzuschließen und Jonas schaute ihm gespannt zu. „Mist!!“, schrie Marc sichtbar genervt, denn der Schlüssel passte nicht. „Wie sollen wir denn hier bloß wieder rauskommen?“, zitterte Marc. Auf einmal erloschen die Kerzen wieder und im Raum war es stockdunkel. „M-Marc, w-wa-warst du das?!“, stotterte Jonas unsicher.

Neee!“, schrie Marc laut.

Plötzlich hörten sie eine krächzende, angsteinflößende Stimme die schrie: „Ihr zwei wagt es mein Ruhe zu stören und dann auch noch meinen Schlüssel zu stehlen. Ich sag euch was ihr unwürdigen Bürschlein. - NIE werdet ihr hier heraus kommen, es sei denn ihr findet meine Beine!“
Vor Angst schlotternd hatten beide Jungen der unbekannten Stimme gelauscht und schließlich war es Jonas der zuerst seine Worte wieder fand. „Deine Beine? Wer, wer bist du denn überhaupt?“, stotterte er etwas unbeholfen. Während er sprach versuchte er verzweifelt sein Feuerzeug zu entzünden. Doch es funktionierte nicht mehr.
„Ich bin es der hier Fragen stellt!“, donnerte die grausige Stimme los, die jetzt eindeutig aus der geöffneten Truhe zu kommen schien.
Marc stieß seinen Freund in die Rippen und flüsterte so leise es ging: „Wir könnten doch nach einem Fenster suchen und dort raus klettern. Der Kerl da in der Truhe hat keine Beine mehr und wird uns sicher nicht ver...“ Hier wurde Marc von dem Beinlosen Skelett boshaft unterbrochen: „Ich kann dich hören Marc und sehen, ja ich rieche sogar deinen Angstschweiß. Also vergesst das mit den Fenstern. Es gibt nur die eine Möglichkeit hier aus meiner Villa zu entkommen. - FINDET MEINE verfluchten BEINE!“
Erneut zog ein eiskalter Luftstrom durch das Gemäuer und wie von Geisterhand entzündeten sich die Kerzen wieder so das beide Jungen mit Entsetzen sahen, das dass Skelett aufrecht in der Truhe saß und sie boshaft angrinste. Dann fiel es mit knackenden Knochen in sich zusammen und der Truhendeckel schlug krachend zu.
„OK“, stammelte Jonas, „So wie ich das sehe sollten wir lieber anfangen zu suchen!“
„Du hast recht.“, sagte Marc mutig. „Also wohin gehen wir. Die dunkle Treppe dahinten hinauf, oder dort durch die Tür. Dabei deutete er zu einer unscheinbaren Tür hinüber. Jonas schnappte sich einer der Kerzen und ging vorsichtig auf die Türe zu. Marc folgte ihn langsam mit einer zweiten Kerze. „Dahinter geht es bestimmt in den Keller der Villa. Ich denke wir suchen erst da unten.“, flüsterte Jonas und legte langsam seine Hand auf den verrosteten Türgriff. Mit einem lauten knarren ließ sich die Tür öffnen und sofort stieg ihnen ein übler Geruch in die Nase.

„Vorsicht, hier ist eine Treppe nach unten!“, warnte Jonas seinen Freund. Ängstlich stiegen beides die dunklen Stufen nach unten. Der modrige Geruch lies die Jungen würgen doch tapfer stiegen sie weiter in das Kellergewölbe hinab bis sie ganz unten waren.

Vorsichtig tastete Jonas mit seinem Fuß den vermoderten Boden ab, der vermutlich auch den Geruch verursachte. Der Boden war ziemlich feucht und morsch, so das beide dachten, sie könnten jeden Moment in den Boden einbrechen.

„Guck dir mal diese ganzen Skelette hier an. Das sieht ja grauenhaft aus, aber vielleicht sind hier die Beine von unserem gruseligen Freund zu finden", sagte Marc.

„Ach nee, jetzt müssen wir alles absuchen. Dieser Geruch, man mir wird speiübel, beeilen wir uns lieber!“, antwortete Jonas hastig.

Sofort suchten sie nach den Beinen. Marc sagte: „Eigentlich können es alle Beine sein, woher sollen wir denn wissen, welche wir suchen müssen? Die sehen ja alle gleich aus!“ - „Du hast Recht Marc, es...“

Jonas wurde von einer Stimme, die von oben kam, unterbrochen. „In einem der beiden Beine steckt ein goldener Dolch und die Beine müssten übereinander liegen.“, hauchte die gruselige Stimme.

„Das war das Skelett aus der Truhe. Ok, Marc du suchst da hinten, ich suche hier!“, befahl Jonas.

„Alles klar!“, sagte Marc.

Sie fingen an zu suchen. Plötzlich schrie Marc entsetzt: „Jonas schau mal was da ist, schnell!“ Sofort eilte Jonas zu ihm hin und er sah wie Marc wie angewurzelt vor einem Uralten Spiegelschrank stehen geblieben war.

Es waren nicht die Spinnweben die Teilweise vor der verspiegelten Schranktür hingen die Jonas dazu veranlasste ebenfalls laut aufzuschreien. Es waren die beiden Skelette die man im Spiegel sehen konnte. Beide Gerippe trugen Kerzen in ihren Knochen Händen und Jonas sah, wie eines der Skelette einen Schritt nach vorne trat als er sich selbst neben Marc stellte.
„Das sind wir!“, stellte Marc nun ängstlich fest. Jonas schüttelte seinen Kopf, hob seine linke Hand und machte dabei eine unmissverständliche Bewegung mit dem Mittelfinger. Trotz der Angst musste Marc laut lachen. „Ich glaube das ist so eine Art Zauberspiegel, so wie man sie von Rummelplätzen kennt!“, lachte Marc weiter doch als sein Blick erneut in die Spiegeltür fiel, blieb ihm sein lachen Buchstäblich im Halse stecken. Denn zwischen den beiden Gerippen im Spiegel war nun ein drittes Skelett erschienen, das seine beiden Arme Kameradschaftlich um die Schultern der anderen gelegt hatte. Beide Jungen sahen, das dem Neuankömmling die Beine fehlten. Geschockt fuhren sie herum, doch erleichtert stellten sie fest, das zwischen ihnen nicht das Bein lose Gerippe aus der Truhe hing. Und als sie beide wieder in den Spiegel schauten war der Spuk verschwunden.
Marc ging jetzt mutig auf den Schrank zu und versuchte ihn zu öffnen. Doch war er verschlossen. Jonas sagte: „Versuch mal den kleinen goldenen Schlüssel!“

Marc kramte ihn aus seiner Hosentasche und steckte ihn ins Schloss. Gerade als er ihn herum drehen wollte ertönte aus dem Schrank heraus ein lang gezogener entsetzter Schrei.
„Ich mach mir gleich ins Hemd!“, flüsterte Marc entgeistert.
„Laber nicht rum, du hast ein T-Shirt an!“, zischte Jonas ihm zu. „Dreh den Schlüssel endlich rum!“
„Mach es doch selber!“, maulte Marc und trat erbost von der Schranktür zurück. Grade wollte Jonas etwas sagen als aus dem Schrank heraus eine ängstliche Stimme sagte: „Wenn ihr keine Zombies seid, solltet ihr aufhören euch zu streiten und mich endlich hier raus holen!“
Rasch drehte nun Jonas den Schlüssel herum und öffnete die Schranktür. Knarrend schwang sie auf und überrascht sahen sie jemanden, den sie beide recht gut kannten. Es war Moritz der mit einer Machete bewaffnet vor ihnen stand. „Wie bist du hier rein gekommen?“, fragten beide hastig und neugierig.

Moritz fing an zu erzählen: „Also ich bin hier um "ES" zu suchen und dann kam ich in diesen Keller und da waren plötzlich 2 Zombies. Ich habe versucht mich mit meiner Machete zu wehren aber als ich ihnen die Hände abschlug wuchsen diese sofort wieder nach und ehe ich mich versah steckte ich schon in diesen Schrank. Irgendwie komisch, das sie mich nur in einen Schrank ein sperrten. Keine Ahnung warum. - Gut, wollt ihr mir helfen "ES" zu suchen?“

„Ähm was ist "ES" eigentlich?“, fragte Marc.

„Was ihr wisst es nicht? Gut ich werde es euch erzählen aber zuerst will ich wissen was ihr eigentlich hier zu suchen habt. Eigentlich solltet ihr im Lager in eurem Zelt liegen und schlafen!“

Während Moritz sprach, streckte er sich. Deutlich, fast zu deutlich konnten die Jungen dabei das knacken seiner Knochen hören. Doch da sie fieberhaft nach einer Ausrede suchten überhörten sie dieses verräterische knacken.
„Nun? - Ich warte!“
„Also das war so...“, stotterte Marc los doch Jonas unterbrach ihn und fragte schlagfertig: „Und du Moritz? Ich meine du als Lagerleiter. Müsstest du nicht auch dort sein und auf uns aufpassen!“
„Genau!“, unterstützte Marc nun seinen Freund. „Warum bist du hier, hier in dieser gruseligen Villa von der du uns gestern am Lagerfeuer erzählt hast?“
Statt einer Antwort prüfte Moritz lässig die Klinge seiner Machete in dem er mit seinem Zeigefinger über die scharfe Klinge strich. Dann verdrehte er seine Augen und verzog sein Gesicht zu einer grausigen Fratze und lies die Machete sirrend durch die stinkende Kellerluft sausen.
„Oh mein Gott!“, schrie Jonas entsetzt. Doch Marc bewahrte trotz seiner Angst einen kühlen Kopf und schrie: „Los ramme deine Kerze in das linke Auge von diesem Ding da!“ Während Marc das schrie sprang er hoch und jagte seinen eigenen Kerzenstummel mit der Flamme voraus in das recht Auge des Monsters, das offensichtlich nur die Gestallt ihres Lagerleiters angenommen hatte um sie zu täuschen.
Der falsche Moritz jaulte erbärmlich auf als die feurige Glut sein rechtes Auge traf. Jonas musste sich ducken, sonst hätte die Machete ihn locker geköpft. Beherzt sprang er dann auf das Monster zu und traf mit der Kerze das linke Auge. Das Moritz Monster kreischte erbärmlich, während sich die Jungen jetzt im stockdunklen Keller zur Treppe flüchteten. Mehrmals stürzten sie über die jetzt unsichtbaren Knochen, die hier überall herum lagen.
Hinter ihnen schrie der falsche Moritz: „Ihr habt das Schild an der Eingangstür wohl übersehen, ihr Anfänger!“ Jetzt lachte das Ding grausig: „Haaaa, Hä, hä HAARRRA... - FSK ab 18!“
Inzwischen tasteten sich die beiden Jungen die glitschige Kellertreppe hinauf. Jonas rutschte aus doch packte ihn Marc und bewahrte ihn so vor einem gefährlichen Sturz. Hinter ihnen vernahmen sie jetzt schleimige Schritte und das immer lauter werdende zischen der tot bringenden Machete.
„ICH schreie GLEICH!“, entfuhr es Marc und stieß endlich gegen die Tür die sie von der Eingangshalle der unheimlichen Villa trennte. Beide stürzten durch die Tür und knallten sie hälftig hinter sich zu. Sofort herrschte absolute Stille und Dunkelheit. Nur das rasseln der außer Atem geratenen Freunde war zu hören. Nach endlosen Sekunden japste Jonas: „Oh mein Gott, ich glaube ich träume, ich wache bestimmt gleich auf!“

Bevor ihn Marc darauf antworten konnte traf ein greller Lichtstrahl ihre Augen und die Stimme ihres Lagerleiters Moritz sagte: „Gut das ich euch gefunden habe, ich...“

Fast gleichzeitig schrien Marc und Jonas: „NNNEEINNNN!“, und unterbrachen Moritz in seinem Satz bevor er ihn zu Ende sprechen konnte.
Moritz leuchtete sich jetzt selbst mit seiner Taschenlampe an und sagte beruhigend: „Man Jungs ich bin es!“
Das Geschrei verstummte und endlich flüsterte Jonas: „Marc, das ist der echte Moritz, schau da am Ohr!“
Marc schaute genau hin und dann sah er den auffälligen Ohrring den ihr Lagerleiter zu tragen pflegte. „Ja das ist die Lego STAR WARS Figur Jooda. Das Ding da unten im Keller hatte das nicht im Ohr!“ Tränen der Erleichterung liefen stumm über Marcs Wangen als er seufzte: „Moritz, wir sind STARS, hohl uns hier raus!“
Moritz lachte und sagte: „OK. Aber wo ist Alexandra?“

„Die müsste noch in unserm Zelt schlafen. Wir wollten sie nicht wecken, denn sie kriegt immer so ein schiss. Also haben wir sie nicht zu unser Nacht Expedition mitgenommen.“, sagten Jonas und Marc gleichzeitig. „WIE BITTE?“, erklang eine Stimme von hinten aus dem dunklen.

Alle drehten sich erschrocken um und Moritz leuchtete den Raum ab bis sie alle in einer Ecke das Mädchen stehen sahen. „Alexandra, WAS MACHST DU DEN HIER!“, schrie Marc sie an.

„Erstens, um das mal klar zustellen. Ich HABE KEINEN SCHISS. Das ihr Jungs das immer von Mädchen denken müsst!“, sagte sie und verdrehte dabei ihre Augen.

„Wie bist du den hier her gekommen?“. fragte Jonas dann neugierig.

Alexandra holte tief Luft und sagte dann: „Also ich bin irgendwie aufgewacht und habe dann gemerkt das ihr nicht mehr da seid. Also bin ich mal raus aus dem Zelt und habe dann Schreie gehört. Ich lief dann in diese Richtung und dann stand ich vor dieser unheimlichen Villa!“ Alexandra schwieg eine Weile und fuhr dann fort: „Ich bin dann rein gegangen und hörte wieder diesen grässlichen Schrei. Er kam von oben und ich bin deshalb schnell die Treppe hinauf gerannt. Ich stolperte, fiel auf meinen Kopf und wurde Ohnmächtig. Es ist wohl eine ganze Weile vergangen bis ich wieder aufwachte. Jedenfalls erwachte ich nicht mehr auf der Treppe, sondern vor einer großen, holzigen Tür. Also hat mich jemand dort hin geschleppt. Doch wer das war weiß ich leider auch nicht. Jedenfalls versuchte ich die Türe zu öffnen, was mir auch gelang. Und wisst ihr was hinter dieser Türe war?“ – „Nein!“, schrie Jonas gespannt. „Hinter dieser Tür war ein riesiger Saal! In der Mitte war ein Loch im Boden, in dem eine verdammt lange Wendeltreppe nach unten führte. Ich konnte es nicht lassen. Ich musste nachzuschauen was dort unten war. Langsam lief ich die eisige Treppe hinunter, die bei jedem Schritt ein ächzen von sich gab. Bald war die Treppe zu Ende. Hier unten Stank es fürchterlich nach verrotteten Dingen. Vor mir stand eine kleine, runde Türe, auf der ein Totenkopf eingeritzt war. Ich hämmerte gegen die Tür, aber leider nützte es nichts. Ich konnte sie nicht öffnen. Auf einmal hörte ich Schritte. Sie kamen von oben in den Saal. Immer lauter wurden sie, bis sie dann stoppten. Jetzt hatte ich Angst. Zögernd lief ich die Treppe hoch. Als ich endlich, nach einer endlos vorkommender Zeit und vielen ächzenden Stufen Geräuschen oben an kam hörte ich wie die Türe unten geöffnet wurde doch dann hörte ich euch schreien!“, beendete Alexandra ihren Vortrag.

 
Moritz schwieg und Jonas gähnte beherzt. Dann sagte Marc: „Weißt du Mädchen mit deinen Treppauf und Treppab Geschichten kannst du uns nicht schocken. Glaube mir, das was wir im Keller erlebt haben war die Höhle!“
Alexandra schnappte wütend nach Luft und entgegnete giftig: „Marc du voll Blonder Bengel, gleich knall ich dir eine!“ Alexandra stand hinter der Truhe in der das Bein lose Gerippe auf seine Beine wartete. Der Truhendeckel war geschlossen.
Marc wurde wütend und lief schnaubend auf Alexandra zu und blieb auf der anderen Seite der Truhe stehen und schrie: „Na los du doofe Zicke, knall mir doch eine!“

Jonas kicherte albern verstummte aber sofort als sich zwischen den beiden Streithähnen knarrend der Truhendeckel wie in Zeitlupe öffnete. Moritz der noch immer kein Wort gesagt hatte leuchtete die Szenerie mit seiner Taschenlampe, die jetzt etwas zu flacken begann, aus. „Was zum Teufel ist das!“, entfuhr es Moritz.
Inzwischen hatte sich der Truhendeckel bis zur Hälfte geöffnet und deutlich war der bleiche Knochenarm zu sehen, der den Deckel nach oben stemmte. Schließlich saß das Skelett aufrecht in der Truhe und sagte mit einer grausigen Stimme: „Was soll das Geschrei? Ihr habt mich aus meinem Schlaf geweckt, dafür werdet ihr jetzt in der HÖLLE landen!“
„Sieh nur, was DU angerichtet hast Alex!“, bluffte Marc das Mädchen an.

„Du musstest ja auch dieses Skelttfutzi wecken!“

„Haltet die Klappe!“, schrie Moritz. „Seht ihr denn nicht, dass wir hier ein großes Problem haben?“

Moritz wandte sich zu den Knochenmann und fragte freundlich: „Ähm Herr Skelett, was ist ihr Problem bitte?“

„Du spinnst wohl, mich mit deinen Psycho Geschwätz zu beeinflussen!“, schrie das Skelet mit hohler Stimme und hob einen seiner Knochenarme, holte aus und verpasste Moritz einen Hieb, so das dieser Bewusstlos an der Wand landete und liegen blieb.

Die drei Teenies Schrien vor Angst. Schließlich begann Jonas das Skelett mit Steinen zu bewerfen. Er traf die Brust des Skelettes und einige Rippen fielen heraus. Er warf weitere Steine und rief den anderen zu: „Man glotzt nicht so doof, MACHT MIT!“

Alle 3 bewarfen nun das Skelett, das sich nicht währen konnte mit Steinen bis nur noch überall Knochen und ein einzelner Schädel rumlagen.

„OH nein, es fügt sich wieder zusammen!“, schrie Alexandra entsetzt.

Schrill gackernd füge es sich wieder zusammen. Die Knochen flogen aufeinander zu und es bildete sich ein Skelett (was sollte es sonst werden) Sie bewarfen es erneut und als es wider in seine Einzelteile zerlegt da lag, rannte Marc auf den Schädel zu. Alexander kniff die Augen zu und Marc trat feste zu. Der Schädel zersplitterte und dann herrschte endlich Ruhe.

„OK, und nun?“, fragte Jonas.

„Wir müssen erst mal Moritz wach bekommen!“, antwortete Marc.

Alexandra rannte zu Moritz und gab ihn eine Ohrfeige, so das es laut klatschte. Moritz erwachte tatsächlich und murmelte benommen und verwirrt: „Hä, was ist hier los? Aua, warum tut mir die Backe so weh und wo bin ich? Wer seid ihr?“
Moritz hatte sein Gedächtnis verloren.

„Nee oder?“, entgegnete Marc genervt. „Der kann sich an gar nix mehr erinnern. Dieses hässliche Skelett hat in so derbe an die Wand geklatscht, so das er jetzt von gar nix mehr einen Plan hat!“

„Jetzt sagt mir wer ihr seid!“, wisperte Moritz benommen.

„Weißt du echt gar nix mehr?“, fragte Jonas. Die Antwort war nein.

Kurze Zeit herrschte Stille, dann wiederholte Moritz zum dritten Mal seine Frage. Jonas wollte gerade antworten, als sie einen entsetzenden Schrei aus der Richtung der Truhe hörten.

„WWAAHHHH! Ihr denkt wohl, ihr seid so oberschlau, dass ihr mich mit mickrigen Steinen besiegen könnt? Da habt ihr aber mal wieder falsch gedacht. Das gibt Rache!"

Das Skelett war wieder vollkommen aufgebaut, nur der Schädel hatte ein paar Lücken. Alle vier schrien wieder vor Entsetzen. Jonas, der wie immer einen kühlen Kopf bewahrte, probierte nochmal seine Steinwurf Methode, an der sich Marc und Alexandra verzweifelt anschlossen. „WAS DENKT IHR EUCH EIGENTLICH DABEI, IHR ROTZLÖFFEL?“, fauchte das Skelett grauenhaft. Das Skelett war diesmal viel vorbereiteter und wich fast jedem Steinwurf aus.

„Was sollen wir nur tun?“, fragte Alexandra mit verzweifelter Stimme.

„ABHAUEN!“, entgegnete Moritz und rannte, gefolgt von den andern zur Tür, die immer noch verschlossen war.

Das Skelett erhob sich und schwebte immer noch Bein los, langsam auf die vier zu. Es war schon fast bei ihnen angekommen als sich das Skelett plötzlich um drehte und hinter sich schaute. Blitzschnell schwebte es dann in die Truhe zurück, schloss den Deckel und verschwand.

Häää???“, krächzte Marc verdutzt, „Was war denn mit dem los? Es scheint als hätte irgendetwas dem Skelett Angst gemacht!“

„Na aber dann müsste dieses etwas ja in diesem Raum sein!“, flüsterte Jonas. Wieder ergriff die 4 wilde Panik. Sie wollten aus dem Raum, aus der Villa, aber die Türe war und blieb verschlossen.

„Wie kommen wir hier nur raus?“, zitterte Alexandra.

„Schaut euch noch mal um. Vielleicht gibt es in diesem Raum ja eine Geheimtür oder sonst was!“, schlug Moritz vor, der immer noch nicht wusste, wer er war und wo er sich eigentlich befand.

Zögernd, da sie nicht wussten was dem Skelett Angst gemacht hatte, fingen sie zu suchen an.

„He, seht mal hier!“, schrie Moritz, der unter Kopfschmerzen litt. Aufgeregt näherten sich die drei Kids Moritz der an einer Wand hantierte. „Los, helft mir mal, ich glaube dieser Stein hier in der Wand kann man verschieben, jedenfalls ist er recht lottrig!“

Alle vier versuchten den Stein Stück für Stück auf die Seite zu schieben. Und tatsächlich, er ließ sich bewegen. Als er, nach vielen anstrengenden Minuten vollständig auf die Seite verschoben war sahen sie einen schmalen Schacht. „Da sollen wir durch? Durch diesen Schacht ist wohl Jahrhunderte lang niemand mehr gekrochen!“, meinte Marc, der angewidert auf die vielen Spinnenweben in dem Gang starrte.

„Hast du etwa eine andere Idee“, fragte Alexandra verärgert.

Da Jonas seinen Mut beweisen wollte, kroch er entschlossen als erster in den düsteren Schacht hinein, Marc folgte als zweiter, danach Alexandra und Moritz bildete das Schlusslicht. Stück für Stück quetschten sie sich voran, bis der Schacht langsam breiter wurde und die Abenteurer langsam stehen konnten. Bei jedem Schritt ertönte ein langgezogenes Echo. Doch plötzlich stand vor ihnen ein unheimlicher Schatten. Alle blieben wie angewurzelt stehen. Moritz sah den Schatten mit aufgerissenen Augen an und als der Schatten sich erneut auf sie zu bewegte schrien alle entsetzt auf und rannten schreiend in den Tunnel zurück. Diesmal war es Moritz der die Gruppe anführte aber nicht lange. Moritz knallte mit seinem Schädel gegen die jetzt wieder niedrig werdender Decke und stürzte zu Boden. Die anderen konnten nicht rechtzeitig stoppen und vielen über Moritz.

Hinter sich hörten sie knirschende Geräusche aus der Dunkelheit auf sich zukommen doch die Gruppe lag immer noch wie gelähmt auf den Boden.

Moritz öffnete langsam seine Augen und fragte benommen „Hy Alex, Marc, Jonas, was habt ihr hier zu suchen? Moment, das Skelet. Wo ist das hin? Wo sind wir? Wo ist das Skelett!“, plapperte Moritz vor sich hin.

„Das ist eine gute Frage Moritz!“, zischte Jonas gereizt. „Aber wenn du deine Lauscher mal aufmachen würdest, wüsstest du, das unser knochiger Kumpel hinter uns im Schacht ist und jeden Augenblick um die Ecke biegen könnte!“, fügte Marc hinzu der sich inzwischen, wie die anderen auch wieder aufgerappelt hatte.

Aus dem dunklen Gang hinter ihnen hörten sie jetzt die unheimliche Stimme des Skelettes: „Meine Beine, - WO SIND MEINE VERDAMMTEN BEINE!“

 

Marc hatte sich an die Wand des Ganges gelehnt als diese plötzlich nach gab und Marc zum Entsetzen aller spurlos in einen weiteren Schacht verschwand. Doch sofort hörten sie Marc rufen: „Los, springt rein. Das ist eine Rutschbahn!“

Blind vor Angst sprangen jetzt alle nacheinander in das Loch und rutschten tatsächlich eine Röhre hinunter die sie schließlich ins Freie beförderte.

Unsanft, aber unverletzt landeten alle auf einer nassen Wiese.

Sie waren endlich draußen. Die Morgendämmerung hatte schon eingesetzt und unterhalb der Wiese, die sich an einem Hügel befand konnten sie schon die Zelte ihres Lagers sehen.

 

„Geht es dir gut Moritz?“, erkundigte sich Marc etwas besorgt als sich Moritz mit schmerz verzerrten Gesicht an den Kopf griff.

„Klar geht es mir gut. Allerdings habe ich euch die halbe Nacht gesucht und jetzt finde euch hier auf einer nassen Wiese im Gras liegen. Kann mir das mal einer von euch erklären?“

„Aber Moritz, du warst mit uns in der Villa dort oben auf dem Hügel!“, sagte Alexandra.

Jonas, der hinter Moritz stand tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn und deutete dabei auf Moritz.

Moritz holte tief Luft und sagte energisch: „Das reicht jetzt, ab mit euch ins Lager und wehe ich höre noch ein Wort über die alte Villa da oben. Verstanden?“

 

Maulend trabte die Gruppe, angeführt von Moritz zurück ins Lager. Schließlich sagte Moritz: „Ich bin mal gespannt, ob ihr heute Abend Fit für unser Geländespiel seit!“

„Hä, Geländespiel. Heute Abend?“, wollte Jonas wissen.

„Ja, habt ihr wohl schon vergessen. Wundert mich irgendwie nicht. Na ja, wer nachts auf nassen Wiesen rumliegen kann wird sicher auch heute Nacht unser Gruselgeländespiel locker mit machen können!“

Die Kids waren jetzt stehen geblieben und Marc flüsterte unsicher: „Ähm Moritz?“

„Ja Marc was ist denn?“

„Wie heißt denn dieses Gruselgeländespiel und worum geht es da eigentlich?“

Moritz starte den Jungen nachdenklich an und sagte dann: „Nun, es heißt: > Sucht die Beine des Skeletts! < und handelt von einem...“

Weiter kam Moritz nicht mehr, denn die drei Kids schrien vor Entsetzen auf und rannten wie aufgescheuchte Kaninchen ins Lager zurück und verschwanden dann kreischend in ihren Zelten.

Moritz schüttelte ratlos seinen Kopf und folgte seinen offensichtlich verängstigten Schützlingen ins Lager. Dabei sprach er leise zu sich selbst: „Ich werde denen besser keine Gruselstorys mehr am Lagerfeuer erzählen. Was haben die denn bloß?“

 

Moritz wusste es nicht mehr. Schließlich hatte er einen Teil seines Gedächtnisses in der unheimlichen Villa verloren...

 

...Aber hatte er das Wirklich?

 

Ende

 

© by Moritz, Jonas, Marc und Alexandra 2008

 

 

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