Zerborstene Welt

Von Jana, 11 Jahre

 

Wie alles begann...

 

Ves tón war Maskenbildner am Hof der Stadt „Morgenstich“, der Stadt der Sesshaften Schwertmeister.

An Karneval maskierte er alle so, wie sie es wünschten.

Auch bei den vorbeireisenden Zirkustruppen und Hochseilartisten, gab es reichlich Arbeit.

Alle kamen gern zu ihm, denn er war ein Meister seiner Art.

Eines Tages wurde Ves tón zu einem leckeren Süppchen eingeladen, als plötzlich das Warnsignal ertönte, weil eine Gruppe Wasserdämonen angriff.

In den Fenstern waren keine Scheiben, so dass die Schwertmeister einfach durch ein Fenster und über die Baumwipfel zum Kampfplatz gelangen konnten.

Ihre Schwerter trugen sie ja immer bei sich.

Ves tón schloss sich den herausströmenden Schwertmeistern und  Schwertmeisterinnen an und schwang sich aus dem Fenster.

Er schloss die Augen und genoss den Luftstrom, der durch seine Haare fuhr, als er sprang, und er merkte nicht, dass er schon wieder hinab sauste.

Im letzten Moment  schlug er die Augen auf und verfehlte den Baum auf dem er landen wollte.

Als er Landetete saß er vor einem düsteren Baum. Er war groß, breit und er wirkte abstoßend.

Sein Herz war schwarz und voller Hass auf die Welt.

„Merkwürdig“, dachte Ves tón „solch ein Gefühl habe ich bei einem Baum noch nie erlebt.“

Aber das war noch nicht alles, der Baum ragte gewaltig empor und er war mit dunkelblauen Beeren bedeckt.

 

 

Noch nie hatte ein Mensch solche Beeren gesehen.

Ves tón pflückte sich solch eine Beere und roch daran.

Ihm strömte ein süßlicher Geruch durch die Lungen.

Der Geruch war irgendwie süß, verlockend und so vollkommen, dass er gleich schon irgendwie abstoßend schien.

Er schien zu sagen: „Iss mich, und alles wird besser“

Ves tón wollte die Beere fortwerfen, aber bevor er auch nur einen Finger rührte, sagte eine Stimme in seinem Kopf:

„Komm schon, iss die Beere. Was ist denn schon dabei? Sie wird köstlich schmecken, na los!“

Und Ves tón biss zu…

 

 

Plötzlich sah er , eine gut aussehende, schlanke Frau mit

goldblondem Haar und großen braunen Augen, aus dem Schatten der Bäume treten.

Sie starrte ihn erschrocken an.

Ohne eine Vorwarnung setzte ein heftiger Wirbelsturm ein.

Er kam aus dem Baum. Lange hatte dieser darauf gewartet, dass irgendwer eine seiner Beeren aß.

Die Beere würde sein Herz verdunkeln und alle Liebe und Erinnerung heraus löschen.

Jetzt endlich konnte er seinen Plan, die Welt, die er so hasste, zu zerstören, endlich durchführen.

Solange hatte er auf eine Spielfigur gewartet…

Ves tón und wurden von dem heftigen Sturm mitgerissen.

Alles verdunkelte sich…

 

schlug die Augen auf. Ihr Kopf brummte.

Sie setzte sich auf. Wo war sie? Was war passiert?

Das letzte woran sie sich erinnerte war die Lichtung, Ves tón, der Wirbelsturm.

Aber irgendwas war davor. Sie dachte angestrengt nach. Ihr fiel etwas ein.

Die Kinder, die sie bekommen sollte.

war schwanger gewesen. Und wie das unter den Schwertmeistern üblich war, wurden die Kinder immer mit der Mutter allein, an einem stillen Ort zur Welt gebracht.

Die junge Frau stöhnte, ihre Babys, wo waren Sie?

Sie schaute sich hastig um. Nirgends war etwas zu sehen.

Sie fühlte Ihren Bauch. Auch dort nichts. Sie hatte die Babys schon geboren. Wo waren sie?

ná`s Augen füllten sich mit Tränen. Eine gewisse Angst überkam sie. Ihre Kinder waren dort, wo sie vorher war. Im Silberwald.

Und sie,  , wusste nicht einmal wo sie war. Irgendwo, im Nichts.

Alles war grau und nebelig und nirgendwo war etwas zu sehen. Nur sie und völlige Leere.

Alles war still. Nirgendwo hörte man ein Geräusch außer Ihrem pochendem Herzen und ihren flachen Atemzügen. sank zurück auf den Boden und völlige Dunkelheit überkam sie…

 

 

1.Kapitel

Der Angriff der Wasserdämonen

 

Elf Jahre später…

 

Shhhhhhhht! flog über den Kopf Ihrer Zwillingsschwester Nón hinweg, die sich zu Tode erschreckte und fast von dem kleinen Felsblock fiel, auf dem sie barfuß in der Nachmittagsonne hockte und vor sich hin träumte.

„Musst du mich immer so erschrecken?“, knurrte Nón ärgerlich „Ich dachte du musst bei Shingel nachsitzen!“

(Shingel wurde der strenge Lehrer Shing Shing genannt)

„MUSSTE ich ja auch!“, verdrehte die Augen.

„Das ging doch nicht so schnell, oder?“, fragte Nón skeptisch.

„Huhu, wach aus deinen Nachmittagsträumen auf,

das ist jetzt eine halbe Ewigkeit her!“, murrte .

„Ja, ja, ich verstehe schon. Was musstest du denn machen, wenn ich fragen darf?“ fragte Nón ein wenig schadenfroh, denn unterhielt sich nicht gerne über ihre Strafen, das wusste sie genau.

„Das geht dich überhaupt nichts an, Nón!“, keifte die

gereizte „Aber wenn du es genau wissen willst, ich musste einen Bericht über meine Familie schreiben.“

Uhh, werd nicht gleich so schnippisch, !“, beschwichtigte Nón sie.

„Du hast ja keine Ahnung, Nón. Bei dir ist das ja leicht, aber bei Mama oder Papa, was sollte ich da schreiben?“, in einem leicht gespieltem Akzent und mit Besserwisser-Miene zitierte sie: „Mein Vater:

Giovanni ein Italiener, kurz vor der Geburt meiner Zwillingsschwester und mir, auf eine seiner Reisen verschollen.

Meine Mutter: , Chinesin kurz nach unserer Geburt im Silberwald spurlos verschwunden.

Aufziehvater: Li, Herkommen unbekannt, komisches Aussehen, aber gutmütiger Charakter.“

 

Nón kicherte, „Oh , wie übertrieben gut du Schauspielern kannst! Aber was willst du jetzt machen?“

zuckte mit den Schultern.

Dann schwang sie sich in die Luft und drehte eine Pirouette.

Plötzlich stockte sie. Sie passte einen Moment nicht auf und stürzte ab.

Nón die zwar manchmal träumerisch war, aber schnelle Reflexe hatte, fing ihre Schwester auf.

Dabei hatte sie nicht mit dem Gewicht ihrer Schwester gerechnet, die aus fast 5 Metern Fall ganz schön schwer geworden war.

landete zwar weich aber Nón knickte der Fuß ein. Vor Schmerz verzog sie das Gesicht.

sprang sofort auf und sah ihre Schwester besorgt an.

Nón versuchte zu lächeln, was ihr aber nicht sehr gut gelang, es wurde eher eine Grimasse.

Um von sich abzulenken fragte sie: „Du bist eine perfekte Schwertmeisterin, warum bist du denn abgestürzt? Das kann bei dir nicht Grundlos sein.“

stöhnte.

Widerwillig berichtete sie: „Die Wasserdämonen…“

„Ja…?“, fragte Nón.

„Unterbreche mich nicht!“, zischte „Es ist wichtig, also:

Ich habe eine Armee Wasserdämonen gesehen, sie greifen unsere

Stadt an. Und sie müssten uns gleich erreicht haben!“

Nón verzog keine Miene.

„Verstehst du denn nicht? Die WASSERDÄMONE!“ rief ungläubig.

„Ja, was?“, fragte Nón „dann kämpfen wir halt.“

„Ja, zusammen wäre das ein Kinderspiel für uns!“, höhnte „aber hast du schon mal mit verstauchtem Fuß gekämpft?

Du, meine Liebe Nón, kannst in deinem Zustand doch nicht kämpfen!“

„Stimmt. Aber was soll ich sonst tun?“

überlegte: „Wenn du sofort loshumpelst, schaffst du es vielleicht noch in den Schutz der Bäume. Du musst die Leute aus Morgenstich warnen. Ich halte dir den Rücken frei, indem ich die Wasserdämonen solange wie möglich aufhalte.

Aber wenn sie zu viele sind, dauert das nicht lange und ich muss fliehen, und…!“

„Klingt nicht sehr verlockend.“, meinte Nón.

„Stimmt, aber einen anderen Plan haben wir nicht. Und jetzt mach endlich!“, schrie jetzt.

Nón wollte etwas sagen aber der Blick ihrer Zwillingsschwester reichte, um zu erfahren dass sie keine Widerrede duldete.

Humpelnd und mit vielen Qualen machte sie sich auf um den Schutz der Bäume zu erreichen. Von dort aus würde sie zurück nach Morgenstich gehen, um die Leute zu warnen.

Als sie den Waldrand erreicht hatte keuchte sie: „Bäume, tragt mich auf euren Ästen nach Hause!“

zog ihr Schwert, und mit einem wilden Schrei stürzte sie sich auf die heraneilenden Wasserdämonen.

 

Li starrte Nón an. Die Geschichte die das Mädchen eben erzählt hatte, klang ziemlich unglaubhaft.

Aber man hörte von fern, das Kriegsgeheul der Wasserdämonen.

Und glaubte er nicht auch das angriffslustige Schreien Ná`s zu

Hören?

„Also gut Nón. Ich mache mich sofort mit einer Truppe Schwertmeister zum Kampfplatz auf. Aber wir werden an der Brücke von den Drachen bedroht. Hier wird jeder Mann gebraucht“, sagte er bedrückt.

„Was? Die Drachen sind doch unsere Freunde!“, rief Nón erschrocken.

„Nein, nein. Der dunkle Herrscher hat ihre Herzen verdorben, und diejenigen die sich gegen ihn sträubten wurden tief in Berge vertrieben, und jetzt trauen sich nicht mehr aus ihren Versteck heraus.“, sagte Li.

„Der dunkle Herrscher?“, fragte Nón.

„Oh Nón, es wird Zeit dass ich dir und deiner Zwillingsschwester eine ganze Menge erzähle.“, sagte Li

„aber jetzt wird es Zeit, dass wir helfen.“

„Nun gut, ich bin bereit!“, rief Nón.

„Nein Nón, nein! Mit verstauchtem Fuß kannst du nicht kämpfen. Und keine Widerrede!“, bestimmte Li.

Nón verdrehte die Augen, sagte aber nichts mehr.

Nón?“, fragte Li.

„Ja, Li?“, entgegnete Nón ihm.

„Ruh dich jetzt aus, und mach dir keine Sorgen wegen deiner Schwester, ja?“

„Ja, ja.“, brummelte Nón.

Nón!“, rief Li.

„Ja, ich hab verstanden!“, sagte Nón genervt.

„Gut, ich mache mich jetzt auf den Weg, Nón.“, und dann rief Li an seine Leute gewandt: „ Kommt Leute, Wir müssen los!“

Und Ohne ein weiteres Wort, schwang sich Li aus dem Fenster. Ihm folgte eine kleine Schar Schwertmeister und Schwertmeisterinnen.

 

Nón fühlte sich müde. Sie fühlte ihre Stirn. Sie glühte.

Ermattet humpelte sie auf das Bett zu.

Sie ließ sich aufs Bett fallen und fiel in einen traumlosen Schlaf.

 

schlug einem Wasserdämon den Kopf ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Lange würde sie nicht mehr durchhalten. Die Wasserdämonen waren einfach zu viele.

Ihre linke Schulter brannte höllisch.

Einer der Wasserdämonen hatte sie erwischt. Sie hatte ihm zwar gleich danach einen Stich ins Herz verpasst, aber das linderte ihren Schmerz nicht.

Sie spieß zwei weitere Wasserdämonen auf und zog ihr Schwert aus den leblosen Körpern.

„Ist Nón schon in Morgenstich angekommen? Vielleicht kann ich ja jetzt selber fliehen. Aber was wenn Nón noch nicht…?“

Sie konnte den Satz nicht zu Ende denken.

Sie durfte nicht aufhören. Noch nicht.

Noch ein Stich und noch einer.

 

 

 

2.Kapitel

Die Entscheidung

 

Li sprang. Von Baum zu Baum. Schneller. Er fühlte einen schweren Stein im Magen. Und Angst. Ja die Angst schnürte ihm die Kehle zu. Nicht Angst um sich.

Angst um . Und um Nón. Angst um ihre beiden Zukunft.

Da endlich sah er sie.

. Schweißgebadet und verletzt. Mit einem wilden Schrei stürzte sich Li in die Schlacht, hinter ihm hörte er seine Begleiter ebenfalls schreien.

Und dann fing es an. Das Blutbad wie er es schon so viele Male miterlebt hatte.

 

lán schritt den Gang entlang. Hinter ihr bauschte sich ihr Kleid lautlos und elegant auf dem Boden.

Sie wirkte sehr eindrucksvoll und von sehr hoher Rasse.

Das war sie aber nicht. Sie hatte sich heimlich rein geschmeichelt in die hohen Ämter. Und wie das nun mal ist auf der Welt, hatte sie es tatsächlich geschafft.

Ihr Selbstbewusstsein war unermesslich und sie überspielte all ihre Gefühle.

Falsche Schlange.

Sie hatte eine Tür erreicht und riss sie auf. Dort saß ein Mann am Schreibtisch.

Er drehte seinen Stuhl zu ihr, stand auf und verbeugte sich tief vor ihr.

„Und?“, fragte lán gebieterisch.

„Nicht viel Neues.“, antwortete der zerknirscht und kauzig wirkende Mann ihr.

„Das bedeutet?“ keifte lán .

„Ein Hinweis.“ „Und Welcher?“, die Erwartung in  lán ká`s Stimme war nicht zu überhören.

„Also…“, begann der Mann „Also unserer Theorie zufolge ist Giovanni nicht in Italien, dem Ziel seiner Reise, angekommen. Und…“

„Was?“, schrie lán „ Elf Jahre arbeiten wir nun an dem Projekt `Giovanni`!!! Ihr müsstet nun allmählich etwas weiter sein. Ich bin enttäuscht von dir líl. Du wirst…“ „Jetzt hört mir doch endlich mal zu Herrin!“, rief líl ihr nun dazwischen „ Ich war doch noch gar nicht fertig! Also:

Soweit wir das herausgefunden haben, ist der Ort an dem Giovanni zuletzt gesehen wurde: Österreich!“

lán verstummte Augenblicklich.

 

 

jubelte. Unterstützung. Li. Nón hatte Hilfe geholt. Sie malte sich aus wie sie alle nach Hause kommen würden und als Helden gefeiert.

Und dann würde sie sich ins Bett plumpsen lassen und schlafen bis sie nicht mehr liegen könnte.

Sie sehnte sich sosehr nach einem Bett.

In ihrem Überschwang merkte sie nicht, wie die Wasserdämonen die Verwunderung über Verstärkung der Feinde überwunden hatten und sich jetzt ein Wasserdämon von hinten auf sie zu schlich und zuschlug.

Ná`s Kopf tat weh.

Ihr wurde schwarz vor Augen. Sie kippte nach vorn und blieb liegen.

Das letzte, das sie wahrnahm, war das Jubelschreien der Wasserdämonen und das Verzweifelte Aufbrüllen Li`s.

Über sie schwappte eine Welle aus Dunkelheit, die sie überwältigte.

 

Ves tón beugte sich über eine Karte. Nóv der kleine Schleimer saß vor ihm.

Ves tón hielt nicht viel von ihm. Er war ein Feigling. Schmutz und Unrat.

Aber er war nützlich. Niemand war so geschickt im Spionieren und für die Schmutzarbeit geschaffen, wie er.

Er tat doch alles für ein bisschen Kohle, obwohl man ihm ansah, dass er lieber woanders war, als in der Gegenwart Ves tón`s.

„U-u-und Herr? Was s-s-seh-het Ihr? “, stotterte Nóv und wurde noch etwas bleicher (Was ein Wunder war denn alle Farbe war schon aus seinem Gesicht gewichen), beim Anblick Ves tón`s.

„Still“, fuhr Ves tón ihn an „Es ist deine Aufgabe  für mich zu arbeiten, nicht mir dumme Fragen zu stellen!“

„A-aber i-ich d-d-d-achte…“ stotterte Nóv und zog den Kopf ein.

 „Du dachtest?“, zischte Ves tón und in seiner Stimme lag ein drohender Unterton, den Nóv zurückschrecken ließ.

Da nahm er all seinen Mut zusammen, trat einen Schritt vor und sagte zu

Ves tón: „Wenn ich für dich arbeiten soll, muss ich schon wissen, was alles so passiert. Schließlich könnte ich ja auch scheitern, und das dann nur, weil Sie mir die Lage der Feinde, und so weiter nicht verraten wollen!“

Er erschrak wegen seiner eigenen Worte, wich zurück und brach stotternd hervor: „T-schuldig-gung H-h-err i-ich w-wollte  w-w-w-irklich n-nich-h…“

In Ves tón kochte es vor Wut. Aber er brauchte diesen widerlichen, schleimigen,

kleinen Bastard noch.

„Gut.“, sagte er mit gefasster Stimme „Komm um den Tisch, beobachte die Karte.“ Ein spöttisches Lächeln lag um seine Mundwinkel.

, falls sich der kleine Feigling traut` dachte er.

Langsam, sehr langsam setzte sich Nóv in Bewegung und starrte auf die Karte.

 

schlug die Augen auf. Wo war sie? Ihr Kopf dröhnte ihr fiel alles wieder ein. Der Kampf. Sie war gestürzt. Das Schwert lag noch neben ihr.

Li. Li, er brauchte ihre Hilfe. Sie streckte das Schwert in die Luft.

„Angriff!“, schrie sie aus Leibeskräften.

Da legte sich eine sanfte Hand auf ihre Schulter.

„Leg dich wieder hin.“, sprach eine liebevolle Stimme. „Wo, wo bin ich?“, fragte

. „Du bist zuhause. Schlaf jetzt. Der Kampf war anstrengend.

Du erfährst alles weitere später. spürte wie schwer ihre Lieder wurden.

Und einen Moment später war sie eingeschlafen.

 

„Nein, Nón, jetzt nicht!“, sagte Li streng. „Aber sie ist meine Zwillingsschwester, ich will sie sehen.“, schrie Nón

„Ich will nicht warten, warum erzählt mir niemand was passiert ist?

Wenn verletzt ist? Lass mich!“

„Jetzt nicht  Nón, ist von dem Kampf sehr erschöpft, lass sie noch schlafen. Wenn du dich wirklich um deine Schwester sorgst, lass sie schlafen“,

sprach Li mit ruhiger Stimme, die aber klärte dass er keine Widerrede duldete.

„Gut“, brummelte Nón in sich hinein und verschwand in ihrem Zimmer.

Immer musste sie bei Li nachgeben!

Li dachte lange nach. Die beiden waren jetzt 11 Jahre alt. Jetzt war doch eine gute Zeit sie einzuweihen.

Vor allem jetzt, da die Kämpfe begonnen hatten. Wenn er auf dem nächsten Schlachtfeld starb?

Besser jetzt ganz in Ruhe, als später in Eile auf dem Schlachtfeld und in den Armen des Todes.

 

 

3.Kapitel

Die Aufklärung

 

Li betrat den Raum. Er wirkte ein wenig angespannt. Mein Kopf brummte noch wie Hölle, sodass es mir kaum auffiel. Nicht aber das Gespräch das er mit uns führte, daran werde ich mich ein Leben lang erinnern.

„Also“, meinte er „Sicher habt ihr euch schon oft gefragt, warum ich euer Aufziehvater geworden bin, und was mit eurer Mutter passiert ist.“

Nón und ich nickten, wir staunten aber über Li`s plötzliche Offenheit, gegenüber unserer Vergangenheit.

„Also, bevor ihr jetzt Fragen stellt erzähle ich euch jetzt die ganze Geschichte.“

„Die ganze?“, fragte  Nón ihn. Li lächelte traurig „die ganze, versprochen.“

Und dann erzählte er uns beiden was am Tag unserer Geburt passiert war aus seiner Sicht:

„Es war ein Tag an dem man eigentlich nicht böses erwartete. Die Sonne schien.

Wahrscheinlich passierte es gerade deshalb. Also ich und noch die halbe Stadt

wurden zu einer sehr leckeren Suppe eingeladen. Eure Mutter ist allerdings nicht erschienen, da die Wehen bereits einsetzten.

Plötzlich wurde ein Warnsignal gegeben. Eine Schar übermütiger Wasserdämonen griff an. Wie ihr wisst sind  in dem oberen Festsaal keine Scheiben in den Fenstern, damit alle sofort bei Gefahr flüchten oder zu Hilfe eilen können.

Es ertönte also das Warnsignal, und wir alle sprangen über die Bäume, den heraneilenden Wasserdämonen entgegen.

Nun, da ich etwas weiter hinten war, bemerkte ich wie Ves tón, ein damals sehr beliebter Maskenbildner, abstürzte. Ich dachte mir nichts weiter, er war ja ausgebildeter Schwertmeister und ihm würde bestimmt nichts passieren,

und ich  beeilte mich den Anschluss nicht zu verlieren. Nun, als Ves tón nach einiger Zeit nicht auftauchte, begann ich mir Sorgen zu machen.

Ich bin also zurück. Und da sah ich Ves tón und genau vor dem Baum stehen, von dem Ves tón gestürzt war. Aber das war noch nicht alles.

Die beiden wurden plötzlich herumgewirbelt und mit jeder Runde, wurden beide durchsichtiger. Nur ich konnte den oder das was die beiden herumwirbelte nicht sehen.

Ich spürte nur eine übernatürliche Anwesenheit. So unheimlich, kalt und böse.

Beide waren verschwunden. Ich betrachtete den Baum genauer und mir wurde alles klar. Das war nicht irgendein Baum. Es war der Baum der Verderbung.

Sicher habt ihr auch schon von ihm gehört. Ich dachte es sei nur eine Märchengeschichte bis ich diesen Baum sah.

Ves tón kannte ihn anscheinend nicht, sonst wäre er nicht in Versuchung gekommen, eine Beere dieses Baumes zu essen.

Er erscheint dort wo er wächst nur bei Unwissen. Nun war mir auch klar warum die beiden verschwunden waren. Der Baum beseitigt alle Zeugen und den Esser der Beere zu seinem Spielball.

Nun fragt ihr euch warum ich nicht beseitigt wurde, aber dazu später.

Ves tón wurde von der Beere des Baumes vergiftet. Alles Liebe und Erinnerung wurde aus ihm heraus gelöscht. Ves tón  ist der dunkle Herrscher.

Er versucht die Welt zu übernehmen und zu zerstören. Wegen ihm finden all die Kämpfe statt. Er weiß nur nicht in welchem Interesse er dies tut. Und deshalb habt ihr nun keine Mutter mehr. Ich sah euch dort auf dem Waldboden liegen.

Ich rannte zu euch herüber. Hob euch auf. Ihr wart so klein. So hilflos. Ich schloss euch sofort in mein Herz.   

Und  ich beschloss euch aufzuziehen. Vielleicht, dachte ich, wenn eine andere Familie euch aufnimmt, will diese nicht dass ihr die Wahrheit erfahrt und vielleicht würde ich dann niemals mit euch dieses Gespräch führen können.

Nun mir war aber auch klar dass der Baum mich vernichten würde.

Er versuchte es tatsächlich. Nun, da dachte ich, wenn mich der Baum nun tatsächlich vernichten, oder sonst was will, so möchte ich doch mit euch zusammen bleiben. Ich hätte es nicht ertragen können euch den Gefahren im Wald auszuliefern. Und  vielleicht würden wir ja auch eurer Mutter folgen.

Also hielt ich euch fest im Arm, auch als uns dieser Wirbelsturm herumwirbelte.

Ich sagte ja schon: Unheimlich, kalt, böse.

Einen Moment später sah ich das Nichts. lag bewusstlos dort. Hinter mir war immer noch der Wald. Ich spürte der Baum kam nicht gegen eure Unschuld und kindliche Liebe an. Wir konnten zurück. nicht.

Ihr Schicksal stand fest. Denn sie war bewusstlos, ich hatte euch im Arm, und konnte sie nicht tragen, denn sobald ich euch losließ, das wusste ich aus irgendeinem komischen Grund, würden wir alle verloren sein.

Dies war kein Ort für euch. Ihr habt vor Angst gezittert. Es wäre natürlich besser gewesen, euch bei eurer Mutter zu lassen, aber ich wusste nicht ob ihr ganz gesund ward oder Hilfe braucht.

Bevor ich noch groß überlegen konnte, standen wir schon wieder vor dem Baum.

Ich dachte nicht mehr nach, sondern rannte, rannte fort, weg von diesem düsteren Baum.

Und den Rest habe ich euch schon erzählt. Das ist eure Geschichte, die ihr schon so lange hören wolltet.

Und jetzt lasst mich bitte in Ruhe, ich muss nachdenken.“

 

Dann verließ er den Raum, verzog sich in sein Zimmer und ließ uns mit unseren Gedanken zurück.

Zitiert nach: der Schattenbaum (meist bekannt als der Baum des Verderbens)

Verfasst von: Schillerschwert

 

 

Fortsetzung folgt

 

© by Jana 2008/2009

 

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